Brüssel 5. Mai 5, 2008. "Islam ist heute ein Teil Europas. Es ist wichtig, dies zu verstehen. Man sollte den Islam nicht als ausserhalb Europas sehen. Wir haben schon eine wichtige Präsenz des Islams und der Muslims unter unseren Bürgern," sagte José Barroso bei einer Pressekonferenz heute Nachmittag nach einem unformellen Dialog zwischen EU Führern und etwa 20 hochrangigen Vertretern des Christentums, des Judaismus und des Islams in Europa. Er verurteilte das Konzept des "Zusammenstosses der  Zivilisationen".

Wie will Barroso diesen Zusammenstoss verhindern, der dank der Bemühungen der EU schon in vollem Gange ist,  wie ein jeder täglich sehen kann?
Traugott Schoefthaler, 1. Direktor der The Anna Lindh Foundation: " Javier Pérez de Cuéllar und Amin Maalouf kommen zur gleichen Folgerung: Kulturpolitik muss schematische Begriffe wie die übliche Unterscheidung zwischen "wir" und "sie" meiden. Sie warnen sogar vor dem weiteren Gebrauch der Wendung "der Andere", der in fast allen interkulturellen Ausbildungsbegriffen Standard ist, indem sie die Möglichkeit eröffnet, dem Individuum kollektive Identitäten aufzuerlegen".
Zweck der Anna Lindh Foundation: Kenntnis, Anerkennung, und gegenseitigen Respekt zwischen Religionen und Glauben, Kulturen und Werten, die bei den Partnern vorwiegen, fördern. Bereiche der kulturellen Konvergenz zwischen den EuroMed Ländern und Völkern identifizieren, entwickeln und fördern - mit dem Ziel besonders die Toleranz, die kulturelle Verständigung zu fördern und Stereotypen, Fremdenfurcht und Rassismus zu vermeiden. Die vitale Wichtigkeit betonen, um sicherzustellen, dass alle Partner die Entwicklung und Vertiefung der kulturellen und menschlichen Dimension der EuroMed Partnerschaft in allen ihren Aspekten und Werte-Elemente anregen.
Die Anna Lindh Foundation ist 2005 von der EU, in Zusammenarbeit mit dem Europarat, der Arabischen Liga, der ISESCO und der UNESCO ins Leben gerufen worden. Die Anna Lindh Foundation ist in der Biblothek von Alexandria, Ägypten, beheimatet.

Die EU hat das Jahr 2008 zum "Jahr des Interkulturellen Dialogs ernannt. Dieses Blog hat  hier, und hier sowie
hier darüber berichtet.

"1001 Aktionen" der Anna Lindh Foundation
Dialog zwischen Völkern und interkulturelle Zusammenexistenz ist eine der Hauptherausforderungen am Anfang des 21. Jahrhunderts . Diese Frage ist besonders wichtig für die Euromediterrane Partnerschaft, den weitreichenden politische Rahmen zwischen der Europäischen Union und seinen Partnern in der südlichen Mittelmeerregion, der die Anna Lindh Foundation ins Leben rief und die Werte der ‘1001 Actionen’ Kampagne umfasst
Euromediterranien-Karte mit Angabe der Veranstaltungen hier

Hauptziele der Kampagne umfassen
Unterschiedliche Initiativen und Aktionen für den Dialog koordinieren, die in der Euro-Med Region stattfinden, um  die Sichtbarkeit der Organisationen, der Individuen und Aktionen für den Dialog zu steigern. Ein Gefühl der Gemeinschaft durch die 37 Nationalen Netzwerke der Anna Lindh Foundation zu schaffen, um das Niveau der Sichtbarkeit und des Einflusses zu zeigen, die man durch Gemeinsame Aktion  hinsichtlich der Dialogarbeit innerhalb der Zivilgesellschaft  und der weiteren Öffentlichkeit, erreichen kann.

Über 1001 Aktionen
Während der Errichtung der Foundation 2005 ernannte jede Regierung der 37 Mitgliedsstaaten der Euromediterranen Partnerschaft eine Organisation, um das Zusammenkommen und die Vernetzung der Zivilgesellschaftsorganisationen zu stützen, eine Organisation, die aktiv für den Dialog sein und sich der Förderung des Dialogs zwischen Völkern der Region widmen sollte: Die "Anna Lindh Netzwerke".

Die Netzwerke, die mehr als 1500 Mitgliedsorganisationen aus verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft zusammenbringen, machen die Basis des Kernprogramms der Anna Lindh Foundation aus, ein Programm, das heute auf 3 Hauptlinien fokussiert: •Stütze für die Entwicklung der nationalen Netzwerke der Zivilgesellschaftsorganisationen • Durchsetzung von Projekten und Programmen mit hoher Ersichtlichkeit, die mehrere nationale Netzwerke miteinbeziehen, und Stütze für Mitglieder zur Durchführung der Dialog-Aktionen verleihen • Annahme der Rolle als "Beobachter" der Elemente, die zur Entwicklung der Verständigung und des Friedens in der Region beitragen.

Frieden ist ein Wort, das man am häufigsten benutzt, wenn man Krieg oder Chaos plant. Hier eine Friedenstaube aus der DDR

Durch diesen einmaligen Zugang macht die Anna Lindh Foundation heute weiter mit der Vergrösserung ihrer Netzwerke, mit der Steigerung der Ersichtlichkeit der Dialogaktion in der Region und spielt eine führende Rolle in der Bildung des  Euro-Mediterranen Raums als ein Gebiet der Zusammenarbeit, des Austausches, der Beweglichkeit (der Muslims), des gegenseitigen Verständnisses und des Friedens." 

Das Jahr des Interkulturellen Dialogs
Neuerliche internationale und örtliche Ereignisse haben gezeigt, wie unantastbare Elemente wie Kultur und Religion das Zusammenleben zwischen Völkern und Gesellschaften beeinflussen können. Daher hat die EU das Jahr 2008 dem Thema "Interkultureller Dialog" gewidmet.
Die Ziele des EU Jahres des Interkulturellen Dialogs sind, den interkulturellen Dialog als Instrument zu fördern, um die Individuen und Gesellschaften unterschiedlicher Kulturen zusammenzubringen.

Interkultureller Dialog trägt zu einer Anzahl strategischer Prioritäten der EU bei,  so wie die kulturelle Verschiedenheit , die  Verpflichtung der EU zur Solidarität,  soziale Gerechtigkeit und verstärkten Zusammenhangskraft zu respektieren und fördern, und der EU erlauben, neue effiziente Partnerschaften mit benachbarten Ländern zu verwirklichen.
In der Vorbereitung auf 2008, das EU Jahr des Interkulturellen Dialogs, bereitet sich die Anna Lindh Foundation vor, eine grosse internationale Kampagne zu bewerkstelligen: " 1001 Aktionen für den Dialog".

Zweite Phase - Mobilisierung

"Netzwerk-Geduldspiel" :  Der Zweck der Arbeit der Anna Lindh Foundation im Dienste der EU, der ISESCO, der Arabischen Liga (ALECSO) und der UNESCO.

Diese 2. Phase zielt darauf: • Die Zivilgesellsschaftsgruppen und die weitere Öffentlichkeit zu mobilisieren, um sich an der Kampagne zu beteiligen, indem sie sich dem Dialog anschliessen und ihn organisieren.  • Eine grosszügige Kampagne, um die nationale und internationale Medien miteinzubeziehen, in die Wege zu leiten. • Information und fördernde Tagungen durch die Netzwerke.  • Den Kalender mit den verschiedenen Aktionen vorbereiten.

Dritte Phase - das Feiern
Diese 3. Phase wird sehen : • Die Durchführung einer riesigen Anzahl Aktionen Anfang Mai 2008. • Die “Dialog Nacht".

Indem sie sich auf die einmalige Rolle als das Netzwerk  der Zivilgesellschaften von 37 Ländern stützt, macht die "1001 Aktionen-Kampagne" sich auf den Weg der Mobilisierung von Völkern und Gruppen in der ganzen Region, um Aktivitäten unter einem gemeinsamen Banner für die Förderung des Dialogs durchzusetzen

Um die Ersichtlichkeit dieser gemeinsamen Bewegung ("der gemeinsamen grossen Sache") zu maximieren, wird ein Grossteil  der Actionen getimet werden, sodass sie Anfang Mai 2008 stattfinden werden.. Diese Aktionen werden in der  ‘Nacht des Dialogs" kulminieren,  worin kulturelle Ereignisse gleichzeitig in 37 Ländern stattfinden werden.

Anna Lindh Foundations Ziel
Die Überzeugung im Kern der  ‘1001 Aktionen’ Kampagne ist dass wir viel mehr erreichen können, wenn wir gemeinsam handeln.   …. dass wir dadurch eine maximale Wirkung schaffen können.

Es ist durch diese kollektive Mobilmachung der Menschen und Aktionen, dass wir unsere Initiativen verknüpfen können und die Ersichtlichkeit der Dialog-Aktionen in der ganzen Euromediterranen Region steigern können.

Das allerwichtigste ist aber, dass alle Projekte Dialog zwischen Menschen miteinbeziehen und auf das Ziel fokussiert, "den Anderen" kennenzulernen.

Es gibt eine Palette von Aktivitäten, die unter dem Banner der "1001 Aktivitäten" entwickelt werden könnten, z.B.: Ein internationales Seminar über den kulturellen Konflikt. Film Screenings und Debatte, eine interkulturelle Nacht an der Universität, Problem-basierte Workshops in der Schule vor Ort oder in der Jugendgruppe.

Dialog Nacht
Am Abend des 22. Mai 2008 ist die Euro-Mediterrane Dialognacht, ein einmaliges kulturelles Ereignis, das gleichzeitig in allen 37 Euromediterranen Ländern stattfindet - von der Anna Lindh Foundation, ihrem Netzwerk und Partnern einschl. Kultusministerien, der EU Kommission und dem Coppem Netzwerk regionaler und örtlicher Behörden entwickelt.

Das Ereignis ist genau eine Woche vor der ersten Tagung der Euro-Mediterranen Kultus-Minister geplant, die in Athen stattfindet, um den Ministern die Ergebnisse der Nacht vorzulegen.

Die Aktivitäten, die für die Nacht geplant sind, umfassen öffentliche Debatten, die in Musikkonzerte, Theateraufführungen mit örtlichen Künstlern, Kochkunstfestivale, wo unterschiedliche Gemeinden zusammenkommen, fortsetzen  und ihr Hauptziel ist, dem Publikum ein kulturelles und angenehmes Erlebnis anzubieten, um ihren Nachbarn besser verstehen zu können und ein Gefühl der Neugier auf den Anderen zu erwecken.

Die Anna Lindh Foundations Ehrung der Anwälte der Islamisierung: Anna Lindh Foundation´s “EuroMed Journalistenpreis Für Den Kulturellen Dialog.”

1. Jamila Zekhnini aus Belgien, erkennt Frauen an, die ein alternatives Bild ihrer Religion fördern, und zwar  in ihrer Artikelserie "Muslimische Frauen" , in der Agenda Interculturel veröffentlicht. Die Journalistin  preist eine neue Bewegung der muslimischen Frauen, die für ihre Rechte stehen, indem sie erklären, dass der Islam  im Gegensatz zur gewöhnlichen Darstellung, für Gleichstellung der Geschlechter sein kann.
2.
In seinem Artikel "Warum das Massaker abwarten?", in der Dnevniker Zeitung veröffentlicht, erforscht  Uros Skerl aus Slovenien, die beunruhigende Lage der Bosnier, dieser bedrohten Bevölkerung, die in der Nachbarschaft der EU lebt. Trotz der Beendigung des Bosnienkrieges 1995, alarmiert der Artikel die internationale Gesellschaft vor einem latenten Konflikt, der zwischen Serben und Bosnier explodieren kann.
3.
Gideon Levy aus Israel, befasst sich mit einem empfindlichen Thema in seinem Artikel "Die Kinder von 5767", publiziert in Haaretz. Während am Tag seiner Veröffentlichung die Israelis das jüdische Neujahr feierten, nimmt der Artikel verschiedene Geschichten palästinensischer Kinder durch, die vom Sept. 2006 bis zum Sept. 2007 von den israelischen Verteidigungskräften getötet wurden. Der Artikel ist nicht nur in sehr mutiger Weise geschrieben - sondern betont auch eine Frage, die in den israelischen Medien nur selten berichtet wird.
4.
Ausserdem haben 2 Journalisten vom Jury eine ehrende Erwähnung erhalten:  Nadia Al Awady aus Ägypten, für ihren Artikel "Innerhalb der Palästinensischen Widerstandsbewegungen", im Islam Online veröffentlicht, und Valentino Stefano aus Italien, für seinen Artikel "Cosmopolitan Pyla: Wo Zypern schon wiedervereint ist", in Il Venerdi veröffentlicht.

Rolle der EU in diesem Schmelztiegel
Dieses Europäisches Jahr des Interkulturellen Dialogs umfasst eine Serie von Debatten  zwischen Europa-Kommissaren und Parlamentarikern, Vertretern von Interessengruppen und Think Tanks, Journalisten und Studenten, wie die EU den Dialog zwischen den Kulturen fördern kann.

Der Fokus auf diese Debatte ist, Respekt und Verständnis zwischen Rassen und Religionen zu fördern, kulturelle und religiöse Verschiedenheit zu umfassen sowie Völker unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Religionen zusammenzubringen.

Die beiden ersten Diskussionen besahen die Wirkung der Einwanderung auf den interkulturellen Dialog sowie den Gebrauch der Kunst und Kultur, um sich anderen Kulturen zu nähern und zu verstehen. Vier weitere Debatten werden vor Jahresende stattfinden - über interkulturellen Dialog, Vielsprachigkeit, Ausbildung und die Rolle der medien. 

Kommentar: Haben Sie Peer Gynt von Henrik Ibsen gelesen? Dieser Mann hatte keine eigene Persönlichkeit, keinen Kern, und sollte bei seinem Tode deshalb mit anderen schwachen Persönlichkeiten in einer grossen Masse zu etwas Brauchbarem zusammengeschmolzen werden. Das was Die EU und die Anna Lindh Foundation mit uns macht erinnert mich an diese Szene. Ausserdem erinnert mich dies an die Versuche, die Jugend durch die Hitler Jugend und die FDJ in der DDR für die Diktatur und ihren eigenen Untergang zu begeistern.
Dieser Versuch kommt so krampfartig vor: Die EU will versuchen in einem Jahr das zu erlangen, wogegen unsere Vorfahren sich seit 1400 Jahren so energisch gesträubt haben: Die Vorherrschaft des Islam in Europa. Warum denn?  

Zuletzt kommt mir das ganze Projekt veraltet vor: Wohl die meisten Psychologen und Soziologen wissen heute, dass  man durch Dialog sich nur dann näher kommt, wenn keine feste Ideologie trennt. Denn wenn dem so ist, redet man  sich auseinander. Wie es sogar der damalige Direktor der  Anna Lindh Foundation, Traugott Schoefthaler während der "Muhammed Cartoon Krise" feststellen musste ("Was ist mit dem Dialog zwischen den Kulturen schief gelaufen?"), weshalb er den Dialog künftig nur geschulten Leuten (NGOs) überlasen wollte - nicht Menschen aus dem Volk.

Das Problem ist, dass die EU vom Koraninhalt und den Beschreibungen des Lebens Muhammeds wissentlich absieht.