“Was Ist Mit Dem Dialog Zwischen Den Kulturen Schief Gelaufen?”

Posted By Anders On March 29, 2008 @ 00:02 In Deutsch, Euromed | 1 Comment

Die Initiative des französischen Präsidenten, Sarkozy, hinsichtlich der "Union für Mediterranien"   ist "eine Möglichkeit, die Mittelmeerpolitik, die in einem Zustand des mühseligen Duselns festgefahren ist, zu rationalisieren und wieder zu beleben" schreibt Michael Emerson des [1] Centre for European Studies (CEPS) am 20. März, 2008.

[2] Die Haupterklärung, weshalb der [3] Barcelona Prozess - der Vorläufer der neuen [4] Union für Mediterranien  - die erwünschten Ergebnisse nicht geliefert hat, liegt an einem schwachen politischen Einsatz der Mitgliedsstaaten, sowohl bilateral als auch auf EU-Ebene, behauptet Emerson. 

Emerson misst auch den Mangel an Fortschritten hinsichtlich politischer und wirtschaftlicher Reformen der Sturheit der arabischen Staaten bei. Ausserdem  weist er darauf hin, dass während vor wenigen Jahren die Südmittelmeerregion nicht wesentlich ärmer war als Zentral- und Osteuropa, sei es jetzt wegen "gutartiger Politik der Vernachlässigung" weit zurückgefallen. Daher fordert er die EU auf, den Barcelona Prozess in eine einzelne "Europäische Mittelmeerpolitik" unter dem Schirm der neuen Union richtig zu integrieren.

[3] Die Euromediterrane Deklaration in Barcelona (1995) stellt fest:  “Die Teilnehmer sind sich einig, eine Partnerschaft in kulturellen, sozialen und menschlichen Anliegen zu bilden. Deshalb erklären sie, der Dialog zwischen den Kulturen sei eine notwendige Voraussetzung dafür, Menschen einander näher zu bringen. In diesem Zusammenhang betonen sie die Wichtigkeit, dass die Massenmedien eine Rolle in der gegenseitigen Anerkennung und Verständigung der Kulturen als eine Quelle der gegenseitigen Bereicherung spielen ".  Zweck: eine [4] Union für Mediterranien zu schaffen- wie wir jetzt wissen, ohne "sie" und "uns" - und zwar mit einem[5] europäischen und einem arabischen Direktor!!

In einer Zeit mit erneuerter "Cartoon-Krise" und Geert Wilders´Koranfilm ist es vielleicht zweckdienlich auf die Dialog-Krise von 2006 zurückzublicken, indem die Problematik dieselbe geblieben ist und bleiben wird, solange wir uns dem Islam nicht völlig unterwerfen.

Eine grosse Tagung zum Thema Barcelona Deklaration fand am 14.-16. Juni, 2005, in Rabat, Marokko, statt:“[6] The Rabat Commitment”, das auch die Namen derjenigen enthüllt, die sich selbstberufen gegen unsere Kultur und Freiheit verschworen haben. 

Eine "Expertenkonferenz zur Förderung des Dialogs zwischen Kulturen und Zivilisationen durch konkrete und unterstützte Initiativen" wurde mit König Muhammed VI als Protektor abgehalten.

Die teilnehmenden Organisationen banden sich, jeweils einzeln oder zusammen ab 2006 künftig dieses Ziel zu verfolgen. An der  Konferenz nahmen gut 100 Personen aus mehr als 30 Ländern teil.

”Für sein Teil hat die ISESCO (Islamic Educational, Scientific and Cultural Organisation) laufend ein Programm mit der Errichtung von Lehrstühlen für Dialog an westlichen Universitäten und Bezeichnung von ISESCO Botschaftern betrieben.” [7] Art. 4 und 5a der ISESCOs Charta zielen darauf zu verhindern , dass Muslims sich hier integrieren - sowie  auf die Verbreitung des Islam in der ganzen Welt. 

Für die ALECSO (Arab League Educational,Cultural and Scientific Organisation), betonte ihr  Generalsekretär, H.E. Dr. Mongi Bousnina, die Notwendigkeit des Dialogs, der angeblich das Herz der arabisch-islamischen Kultur sei, die Dialog und Offenheit für andere Kulturen umfasse. Dies könne durch Schulbücher und Lehrpläne erreicht werden…und führe zur besseren Kenntnis des anderen.

Als Vertreter des UNESCO-Generalsekretärs  sagte Hans d’Orville: "Viel Mühe ist früher gemacht worden, um den Dialog zu fördern. Dennoch sind die praktischen Ergebnisse begrenzt und unzulänglich. Künftig brauchen wir neue und raffiniertere Vorgänge. Dialog soll durch Ausbildung,  Wissenschaften, Kultur und Kommunikation zum Frieden und zur Sicherheit beitragen."

Als Vertreter des Generalsekretärs der Organisation of the Islamic Conference (OIC), führte  H.E. Mr. Saad Eddine Taib die bedeutenden Beiträge seiner Organisation auf.  Er wies auf die wachsende Gefahr der Islamophobie hin. Er notierte auch, dass die OIC ein Observatorium  zur Überwachung und Dokumentation der Fälle von Islamophobie errichtet habe. Weiterhin verlangte er eine Revision der Schulbücher und Lesepläne im Westen, um einer Ambiente der Feindseligkeit dem Islam gegenüber entgegenzutreten. 

Der Direktor des [8] aussenministeriellen  Danish Centre for Cultural Development,  Olaf Gerlach Hansen,
betonte, es sei dringend notwendig, eine Reihe praktischer Initiativen durchzuführen , die kulturelle Verschiedenheit und universale Werte fördern können, indem sie den Dialog in konkrete  und gestützte Handlung umwandeln, insbesondere in den Bereichen Medien, Kultur und Ausbildung.  Ein solcher Einsatz solle sich vorwiegend der Unwissenheit, Stereotypen und Vorurteile annehmen, wahren Dialog statt Gewalt schaffen und auf der reichen kulturellen Verschiedenheit bauen! .

Der Direktor der Anna Lindh Euro Mediterranean Foundation for the Dialogue between Cultures, Traugott Schoefthaler, betonte die Notwendigkeit, über herkömmliche Formen des Dialogs zwischen den Kulturen zur Zusammenarbeit ohne mentale und nationale Grenzen hinweg zu kommen.

Der Direktor des Europarats für Ausbildung,  Gabriele Mazza,
drückte die Unterstützung des Rates für die Rabatinitiative aus. Zur Verschiedenheit und der Errichtung einer demokratischen Kultur beizutragen sei neuerlich vorrangig von den 46 Staats- und  Regieringsoberhäuptern unter dem Europarat beschlossen worden. Der Rat habe Erziehung und kulturelle Aktivität als den Kernpunkt der Verständigung , Solidatität und sozialen Zusammenhangskraft wieder bestätigt.
Der Rat stehe bereit, seine Bemühungen zu verfolgen und zu intensivieren zugunsten des interkulturellen Dialogs und  der Zusammenarbeit,  einschliesslich der religiösen Dimension, der Kulturpolitik, Lehrerausbildung, des Schüleraustausches und der Jugendzusammenarbeit.

Wohlan, während sie nach schlimmster Vorlage mit ihren begrenzten Fähigkeiten und Einsicht ins Wesen des Islam fabulierten, kam die "Cartoon-Krise" als eine Befreiung und klärte die Begriffe auf. Und Nüchternheit befiel  diese Ideologen wie ein Schock. Aber sie haben sich bald erholt und geben ihre lohnsame Arbeit für den Weltstaat der Neuen Weltordnung niemals auf.  

So [9] Traugott Schoefthaler von der Anna Lindh Foundation schrieb: “Es geschah am 27 März 2006.  Der Präsident Ägyptens erklärte: „ Der Dialog zwischen den Kulturen bestand seine erste kritische Probe während der jüngsten Kulturkrise nicht."
Huntington ist zu verurteilen. Wie konnte er bloss an einen Kulturzusammenstoss denken, wenn alle guten Willens für den Dialog sind?

Präsident Hosni Mubarak behält recht. Wir stehen keiner "Cartoon-Krise" gegenüber. Wir leben in einer tiefen kulturellen Krise, die eine politische Krise weit übersteigt.

Die Krise ist äusserst schwierig zu überwinden, indem sie mit Gefühlen, Verabscheuung, Überlegenheits - und Unterlegenheitsgefühlen verknüpft ist.
Die "Muhammed-Krise" öffnet die Augen. Die tiefe Krise kann nicht mehr geleugnet werden. 

Die neuerliche Kulturkrise bezeugte eine lange Reihe äusserst kurzsichtiger Erklärungen von europäischen politischen Führern, sowie zu behaupten, "die Redefreiheit sei ein Ausdruck unserer westlichen Werte". Wir brauchen einen Dialog, der bei der Annahme anfängt, "der andere habe vielleicht recht".   

Lösungen
Die UNO errichtete nach Spanisch-Türkischem Vorschlag eine "Allianz der Zivilisationen" auf hohem Niveau, das sich besonders um das Verhältnis zum Islam kümmern wird. 

ALECSO und die OIC haben gemeinsam die Erarbeitung der Prinzipien eines balanzierten Dialogs in die Wege geleitet, die auf Vernunft-Denken, wissenschaftlichen Methoden und Selbstkritik basieren soll."  (Abu Dhabi Experten Treffen  am 4.-7. Januar 2006).

Der Europarat hat neuerlich ein Zusammenarbeitsprogramm für die Zusammenarbeit mit den südlichen Mittelmeerländern verabschiedet und ist damit beschäftigt, eine "Strategie der demokratischen Verwaltung der Verschiedenheit" zu entwickeln.

Die Europakommission  stellte am 22. Februar 2006 “ein 10-Punkte-Programm ” mit Instrumenten vor, die 10 Regionalprogramme, Projekte und Netzwerke umgruppieren. 

Wie lange wird es wohl  Benita Ferrero Waldner, EU Kommissarin für Auswärtige Beziehungen und die Europäische Nachbarschaftspolitik , erlaubt sein, derartig entkleidet herumzugehen, nachdem sie die multikulturelle Bahn für die Scharia freigemacht hat?

Die Anna Lindh Euro-Mediterrane Stiftung für Dialog zwischen den Kulturen , 2005 als das Instrument der Euro- Med Partnerschaft für Dialog gegründet, wurde gebeten, für diese Tagung eine Strategie zur Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den Kulturen vorzulegen, und in einem späteren Abschnitt werden die Schlüsselelemente dargelegt. (Werden später auf diesem Blog erfolgen). 

Es sind immer dieselben Mechanismen, Scheidelinien zwischen Menschen durch die Annahme und Auferlegung kollektiver Identitäten zu ziehen - vielmehr als die Menschenrechtsprinzipien der Gleichheit und Nicht-Diskrimination zu respektieren. 
Javier Pérez de Cuéllar und Amin Maalouf kamen zur selben Schlussfolgerung: Kulturell empfindliche Sprache soll es unterlassen, zwischen "sie" und "uns" zu unterscheiden . Sie warnen sogar davor, den Ausdruck "den anderen" zu benutzen, weil  er die Pforte zur Auferlegung kollektiver Identität auf Einzelpersonen aufmacht!!!

…Viele geschichtlich entwickelte und daher als gegebene, übernommene  Gesichtspunkte über Kulturen, Identität, einschl. ihrer gefühlsbedingten Merkmale, müssen notwendigerweise zuerst abgerissen und danach umgebaut werden!!!
Kulturelle Verschiedenheit zwischen wie innerhalb von Ländern ist ebenso wesentlich für die Menschheit wie die Verschiedenheit des Lebens für die Natur.  Kulturelle Unterschiede sind keine Bedrohung, sondern ein Schlüsselfaktor der Lebensqualität.”

Wohlan, Schoefthaler fühlte sich seiner Aussagen offenbar nicht ganz sicher.

So, er alliierte sich mit dem Superspezialisten des Verrats,  dem Chef des Danish Centre for Cultural Development, Olaf G. Hansen.
[10] Zusammen kamen sie zu den folgenden weisen Schlussfolgerungen: "Dialogfora aus  "Vertretern" religiöser und ethnischer Gruppen sind kontraproduktiv und tragen  zu  Zusammenstössen zwischen den Zivilisationen bei, vielmehr als sie solche verhindern!!!
Keine "Vertreterereignisse mehr."
Ereignisse sollen zwischen Institutionen stattfinden - mit dem Zweck, Zusammenarbeit und gemeinsame Plattformen der Handlung zu schaffen."

Sie haben endelich eingesehen, dass die Begegnung zwischen allgemeinen Europäern und Muslims unabdingbar zum Zusammenstoss führt.
Nicht desto weniger pumpen diese unverantwortlichen Leute weiterhin Muslims in Europa herein!

Für Traugott Schoefthaler scheint dies zu viel geworden zu sein. Er ist als Anna Lindh Foundation Direktor zurückgetreten. Sein Nachfolger, [11] André Azoulayhat nun den Präsidententitel!!  was eine Aufstufung dieser Propaganda/Erziehungsabteilung  der Euromediterranen Union andeuten mag. 





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URLs in this post:
[1] Centre for European Studies (CEPS): http://www.euractiv.com/en/enlargement/making-sense-sarkozy-union-mediterranean/article-171082
[2] Image: http://euro-med.dk/billeder/mp_burns_flag.jpg
[3] Barcelona Prozess: http://ec.europa.eu/external_relations/euromed/bd.htm
[4] Union für Mediterranien: http://euro-med.dk/?p=573
[5] europäischen und einem arabischen Direktor: http://www.euractiv.com/en/enlargement/summit-approves-union-mediterranean/article-170976?Ref=RSS
[6] The Rabat Commitment: http://www.unaoc.org/repository/rabat_commitment.pdf
[7] Art. 4 und 5a der ISESCOs Charta: http://www.isesco.org.ma/english/charter/charter.php?page=/Home/Charter
[8] aussenministeriellen  Danish Centre for Cultural Development,  Olaf Gerlach Hansen,: http://www.dccd.dk/DCCD/cku.nsf/doc/olafg.hansensspeechjune2005rabat?OpenDocument
[9] Traugott Schoefthaler von der Anna Lindh Foundation: http://www.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=478&wc_id=482
[10] Zusammen: http://www.euromedalex.org/En/dialoguestrategy.pdf
[11] André Azoulay: http://ec.europa.eu/commission_barroso/ferrero-waldner/speeches/index_en.htm#07_03_08_lindh