Das Einzige, worüber sich die EU-Chefs  nach dem irischen Nein einig sind, ist: Keineswegs  die europäischen Völker fragen. Sie sind zu gefährlich
für das undemokratische elitäre europäische Imperium. Demokratie ist gut beim Reden - in der Praxis schlecht!

"Neues Europa" 23. Juni 2008: Der Europäische Rat sah ein, dass es nun keine Chance mehr gebe, die Vorschriften am 1. Januar, wie erhofft, in Kraft treten zu lassen.

EU-Jun 24,2008 José Barroso: "Hinsichtlich des Lissabon-Vertrags gab es breiten Konsens.  Niemand stellte die Vorteile des Lissabon-Vertrags in Frage, oder dass die Mitgliedstaaten jedes Recht haben, mit der  Ratifizierung weiterzumachen. Der Europäische Rat sieht ein dass die Entscheidung des Referendums respektiert und richtig verstanden werden müsse, und dass einige Zeit erforderlich sei, um sich auf den Weg nach vorn zu machen."

Kommentar
"Wir haben einen Weg nach vorn gefunden: nichts tun, nichts ändern. Gehen Sie mit den Ratifizierungen weiter! "

Allerdings gibt es Haken hier: EurActiv June 25, 2008: "Der polnische Präsident Lech Kaczyński wird die Ratifizierung des Lissabon-Vertrags erst dann unterzeichnen, wenn es keinen Zweifel mehr gibt, dass der Text in der Tat in Kraft treten wird," sagte Polens ständiger Vertreter bei der EU, Jan Tombinski dem EurActiv in einem Interview. "Polen wird keinen Gebrauch  von seinem Einfluss bei den Tschechen machen, um sie zum Ratifizieren des Vertrags zu drängen", sagte er.

Bruno Waterfield denkt, dass die Iren sich in einer erneuten Volksabstimmung im März 2009 an die Urnen begeben müssen.

25 June 2008 (EurActiv Zum ersten Mal seit dem gescheiterten Referendum über den Lissabon-Vertrag in Irland, hat Frankreich die Möglichkeit der Wiedereröffnung des Textes angedeutet, um die spezifischen Bedenken, die die Iren haben können, anzupacken.

EUObserver Juni 25, 2008: Die Abgeordneten im Europäischen Parlament für auswärtige Angelegenheiten haben am Dienstag (24. Juni) einen entsprechenden Bericht der Erweiterung verabschiedet und betont, dass die EU die eigene Fähigkeit zur Aufnahme neuer Staaten bei der Prüfung der Anträge auf Mitgliedschaft in Zukunft berücksichtigen sollte. Jedoch, der Bericht, der noch zur Abstimmung im Plenum muss, unterstreicht, der Block werde die Verpflichtungen, die er bereits verabredet hat - vor allem für die westlichen Balkanländer respektieren.

EUObserver  27.06.2008: Der Bundeskanzler Österrreichs,  Alfred Gusenbauer, hat gesagt, dass wenn irgend eine Änderung im Lissaboner Vertrag nach seiner Verwerfung durch die irischen Wähler gemacht werde, dann sollte es in seinem Land eine Volksbefragung dazu geben.

Hannes Swoboda, Vize-Präsident der Sozialisten in der EU Versammlung, sagte der Zeitung "Der Standard":  "Es ist nicht möglich in irgendeiner anderen Weise zu verfahren - es kann nicht so weitergehen." Er deutete an, eine Revision des Vertrages und die Wiedervorlage  zur Ratifizierung im Parlament "würden nicht durchkommen", da die Stimmung in der Bevölkerung zu negativ sei. (In Österreich hat es Demonstrationen gegen den Vertrag mit mehr als 10.000 Teilnehmern gegeben).
Laut Swoboda, habe man in Griechenland und den Niederlanden ähnliche Diskussionen, und der sozialdemokratische Zug werde andere Mitgliedsstaaten und Druck setzen, ein ähnliches Versprechen abzugeben. 

Kommentar
Dieses deutet darauf hin, dass die europäischen Sozialdemokraten kalte Füsse bekommen haben - und jetzt zurecht und zu spät? befürchten, sie könnten die eigene Basis in der Heimat verlieren. So warum die Ratifikation nicht rückgängig machen? Gebrochene Versprechungen sind ja sowie so Teil des politischen Handwerks!!!

Sehen Sie auf diesem video von balder blog die Verwirrung der MdEPs, d.h. bei einigen Zorn, bei anderen Verachtung.

Sehen Sie auf diesem tragikomischen video auf deutsch von EU Referendum das Erstaunen der Journalisten über unsere MdEPs: Auf frischer Tat Ertappt - oder die Schweine am Trog. Hier ist kein Respekt vor uns Wählern oder vor irgendwelchen moralischen
Prinzipien.

"“New Europe” 23. Juni, 2008: Joschka Fischer, ehemaliger deutscher Außenminister und Mitbegründer der illuministischen European Council on Foreign Relations: "Irlands Nein" ist der zweite und wahrscheinlich entscheidende Schlag gegen ein vereintes und starkes Europa. Egal, welche verzweifelte Rettungsanstrengungen unternommen werden sollten, sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Europäische Union die internationale Bühne als ernsthafte Außenpolitik Spieler für mindestens 10 Jahre (wenn nicht länger) verlassen hat.

Was werden die Folgen des irischen Referendums werden?
1) Eine starke europäische Außenpolitik, dringend benötigt angesichts des gegenwärtigen Zustands der Welt, wurde auch am 12. Juni begraben. Die Nationalstaaten haben nochmals die Kontrolle über die Außenpolitik .
2) Die EU wird stagnieren. Der Prozess der Erweiterung wird entweder verzögert oder nicht mehr vollständig, weil die EU  nicht mehr neue Mitglieder auf der Grundlage der "Nizza-Verfassung" aufnehmen kann. Den Preis wird zunächst auf dem Balkan, und dann durch die Türkei bezahlt werden.
3) Die kleineren und mittelgroßen EU-Mitglieder, vor allem, zahlen den Preis für die irische Entscheidung, wenn die Außenpolitik  re-nationalisiert wird. Sie werden Einfluss verlieren.
4) Als Alternative zu einem großen und starken EU, rückt das deutsch-französische Verhältnis wieder in den Vordergrund. Dies wird zur EU-internen Desintegration und der Bildung von zwei Lagern führen: Der EU-Integration und der EU des Gemeinsamen Marktes, der alten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, und die alten Länder des Europäischen Freihandelsassoziations-Abkommens tauchen de facto im Rahmen der EU wieder auf.
5) Innerhalb der EU, droht die Solidarität abzunehmen. Solidarität ist keine Einbahnstraße. Irland, gehört zu den Ländern die am meisten in materieller Hinsicht von der Idee der europäischen Einigung Vorteil gezogen hat.
Künftig werden die Verhandlungen über die europäischen finanziellen Transfers, das Rückgrat der europäischen Solidarität, viel schwieriger.

Nun, sieh mal einer an, der Welt Online zufolge zeigt die jüngste Eurobarometer-Umfrage rapide sinkende EU Popularität unter den Europäern, indem nur 52 % die EU für eine gute Sache halten. Jedoch die grössten EU-Fans sind - die Iren!!!

Kommentar
Also, sehen Sie, die Bitterkeit ist groß.

Nun, anstelle von Aussagen in erster Linie über ihre eigenen arroganten Vorgaben und ihr demokratisches Defizit kommen die Europhilen  mit Anschuldigungen gegen die "dummen" Iren, einschließlich gegen die irische Regierung.

Dem Spiegel Online zufolge lautet die jüngste Idee: "Europa hat mächtige Feinde auf der anderen Seite des Atlantiks, mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgestattet
"Der Redner war Frankreichs Europaminister, Jean-Pierre Jouyet, der sich bei einer pro-europäischen Kundgebung in Lyon am Wochenende äusserte. Er schob die Schuld an der irischen Ablehnung des Vertrags von Lissabon einigen überraschenden Schultern zu: Neokonservativen in den Vereinigten Staaten. "Die Rolle der amerikanischen Neocons war sehr wichtig für den Sieg des' Neins ", sagte er.

Die regierende Partei Fianna Fail hat Schätzungen zufolge rund 700000 € für ihre "Ja"-Kampagne, die Nein-Kampagne 1,3 Millionen Euro. ausgegeben

Kommentar
Hier redet also der Verschwörer, der unsere Anschuldigungen über Verschwörung der EU gegen uns und die Demokratie spöttisch als "Konspirationstheorie" zurückweist, selbst von Verschwörung!!! Na, ja. Wie der Schelm ist, so denkt er von anderen.

Hier ist ein BBC interview mit der Leiterin der EU-Kommission, Margot Wallström (Video)
Und hier ist mein Kommentar auf ihrem Blog  am 24. Juni 2008.
Das Schlimmste an der EU ist ihr Mangel an Transparenz - für den Zweck des undemokratischen Handelns  im Namen der Demokratie.
Die Eurokraten und "unsere" Politiker sind wie Personen in der geschlossenen Abteilung: Sie sind gefährlich für sich selbst (wenn sie reden!) und andere (weil sie nicht reden!).

Wallström ist das Prügelmädchen - weil sie gezwungen ist, etwas zu sagen, indem sie die Chefin der EU-Kommunikation ist. 

Also, hat sie 2 Möglichkeiten
1. Immer reden, so dass der Interviewer möglichst wenig unangenehme Fragen stellen kann.
2
. Stereotypische vorgeformte Antworten geben.
Beide Methoden sind erforderlich, um Schadensbegrenzung zu versuchen: Die Offenlegung, dass die EU eigentlich die EUdSSR ist.
 
Dabei sagt sie versehentlich auf dem Video, die EU sei nicht das Projekt der EU-Bürger, sondern das Projekt der eurokratischen Elite,  die so viel Zeit und Energie in den Aufbau ihres diktatorischen Lissabon-Vertrags investiert hat - wobei man uns dummen Wähler total übersah! Nach all den Anstrengungen mit dem undemokratischen Projekt könne dieses nicht mehr aufgegeben werden!

Am 19,05. 2006 an der Universität von Kopenhagen fragte ich Frau Wallström über das Euromediterrane Projekt - und warum die EU und unsere Medien  es vor uns total verheimlicht. Frau Wallström errötete einfach und murmelte etwas Unverständliches. Das einzige, was ich verstand war, dass sie nicht verstehe, was ich gegen Euromediterranien habe, das ja nur unseren armen Nachbarn helfen sollte.

Als ich antwortete, dass ich gegen das Euromediterrane Projekt bin, weil am 2.-3. Dezember, 2003 in Neapel die EU auf der VI. Euromediterranen Aussenminister Konferenz  den Bürgern von 9 muslimischen nahöstlichen und nordafrikanischen Ländern die 4 Grundrechte der EU versprochen hat - einschließlich der freien Einwanderung in die EU und eines gemeinsamen Marktes ab 2010 - ohne dass sie und unsere Medien uns Europäer  gefragt oder aufgeklärt hatten.
Frau Wallström hat dann nicht einmal mehr gemurmelt.
Nun, wo die EU bereits die Weichen  für eine "Union für den Mittelmeerraum" gestellt hat - und diese am 13.-14. Juli in die Wege leiten will,  möchte ich die Frage wiederholen!

Zuvor hatte Frau Wallström uns versprochen, die EU sei nach dem französischen und niederländischen Nein - nicht zum Plan B  - sonder zum Plan D für Demokratie, Dialog und Diskussion übergegangen!

Ich frage mich, was Frau Wallström nach dem irischen Nein über die 3 D's denkt?
Na, ja! im Interview redet sie wieder so per Automatik von den 3 Ds unmittelbar nachdem sie gesagt hat, die Europäer sollten die Entscheidungen ihren Führern übelassen.
Denkt Frau Wallström wie Herr Sarkozy, die EU würde jedes Referendum überall in Europa über den Lissaboner Vertrag verlieren  - und dass die Europäer zu gefährlich für ihr elitäres Europa seien"?